
wohl an keinem anderen Tag des Jahres stehen sie so
im Mittelpunkt des menschlichen Interesses,
richten sich alle Blicke weltweit auf sie:
Uhren. Zeiger. Zifferblätter.
Allerorten wird gebannt verfolgt, wenn die Zeiger
um Mitternacht die 12 berühren.
Altes verabschieden, Neues begrüßen…
... nie stille steht die Zeit ...

Silvester- der letzte Tag des Jahres lädt auch mich ein, auf die vergangene Zeit zurückzublicken und einen Ausblick zu wagen. Für meine Familie war es ein Jahr, geprägt von vielen Ereignissen, die uns traurig stimmten, die uns sehr berührten und es immer noch tun. Der Abschied von geliebten Menschen, Krankheiten, die unser Leben erschütterten, oder die ständige Sorge um unsere Tochter haben uns viel Kraft gekostet. Mein Einstieg nach Jahren der Familienpause in die Berufstätigkeit im letzten Dezember, anfangs nur stundenweise gedacht, dann Vollzeit, ließ mir wenig Zeit für Kreativität, was mich aber viel mehr bedrückte, auch viel zu wenig Zeit für die Menschen und Projekte, die mir so sehr am Herzen liegen, wie der Aufbau einer Kinder-Tafel oder die Mitarbeit in der City-Seelsorge.
Dennoch möchte ich auch dieses Jahr nicht missen und es dankbar annehmen, so wie es war.
Neben vielen alten, gewachsenen und neuen, lebendigen Begegnungen, über die ich mich sehr freute, verabschiedeten sich auch zahlreiche Leser von diesem Blog, was ich sehr gut verstehen kann. Wer liest schon gerne Seiten, auf denen kaum etwas Neues geschrieben oder gezeigt wird, wo es doch zahlreiche gibt, auf denen nahezu täglich gepostet wird? Lange habe ich mir überlegt, den Blog zum Jahresende zu schließen, möchte wenigstens versuchen, ab und zu etwas zu schreiben oder eine kleine Handarbeit zu zeigen.
Allen, die mir trotzdem die Treue halten,
die mit mir, bekannt oder anonym,
im Kommentar oder in Gedanken verbunden bleiben,
danke ich herzlichst,
wünsche einen harmonischen Jahresausklang
und gesundes und glückliches neues Jahr!
Nie stille steht die Zeit...
Nie stille steht die Zeit, der Augenblick entschwebt,
und den du nicht benutzt, den hast du nicht gelebt.
Und du auch stehst nie still, der gleiche bist du nimmer,
und wer nicht besser wird, ist schon geworden schlimmer.
Wer einen Tag der Welt nicht nutzt, hat ihr geschadet,
weil er versäumt, wozu ihn Gott mit Kraft begnadet.
Friedrich Rückert (1788-1866)



