Sonntag, 3. Oktober 2010

Wo sich Himmel und Erde berühren

Eine alte Legende aus Russland erzählt:

Es waren einmal zwei Mönche, die lasen miteinander in einem alten Buch, am Ende der Welt gäbe es einen Ort, an dem Himmel und Erde sich berührten und das Reich Gottes beginnen würde. Sie beschlossen ihn zu suchen und nicht umzukehren, ehe sie ihn gefunden hätten. Sie durchwanderten die Welt, bestanden unzählige Gefahren, erlitten alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die Welt fordert und alle Versuchungen, die einen Menschen von seinem Ziel abbringen können.
Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen. Man brauchte nur anzuklopfen und befände sich im Reich Gottes. -
Schließlich fanden sie, was sie suchten. Sie klopften an die Tür, bebenden Herzens sahen sie, wie sie sich öffnete. Und als sie eintraten, standen sie zu Hause in ihrer Klosterzelle und sahen sich gegenseitig an. Da begriffen sie:
Der Ort, an dem das Reich Gottes beginnt, befindet sich an der Stelle, die Gott uns auf Erden zugewiesen hat.



Tja, dumm gelaufen könnte man nun sagen,
so lange unterwegs und dann das.

Doch was wäre gewesen, hätten sich die Mönche nicht auf den Weg gemacht?

Sie wären wohl irgendwann im Laufe der Zeit
in ihrer Klosterzelle erstarrt,
eine brennende Sehnsucht im Herzen,
hätten aber niemals erkannt, welcher Schatz längst unter ihnen war!

Man könnte auch sagen,
wer sucht, der findet.

Vielleicht nehmen wir uns in der Woche nach Erntedank ein wenig Zeit,
unsere eigene "Zelle" zu beleuchten,
Sehnsüchte in uns bewusst wahrzunehmen,
uns gedanklich auf den Weg zu machen,
unserem Lebens-weg nachzuspüren,
einem Weg mit vielen Risiken und Gefahren,
aber auch mit der Chance am Ende zu erkennen,
Himmel und Erde berühren sich dort, wo Gott uns
auf Erden hingestellt hat.

allen eine gute, be-weg-te Woche

Kommentare:

  1. Thank you, Ele, for a wonderfully thought provoking post!

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  2. Danke für diese Geschichte.

    Sie hat mich sehr berührt.

    Liebe Grüße
    Tanja

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  3. Eine sehr schöne und auch richtige Geschichte! Vielen Dank!

    Liebe Grüße, Monika

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  4. Guten Morgen Liebe,

    eine schöne Geschichte, die an das hinführt, über das wir uns Gedanken machen sollten. Es schadet nichts. Im Gegenteil, es tut gut, mal alles etwas zu überdenken!

    Danke dir für diesen Ansporn!

    Lieben Gruss in die neue Woche, Brigitte

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  5. Ach, Ele, was für eine wunderschöne Legende! Vielen Dank.
    LG Ilse

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  6. Sehr be-weg-ende Gedanken. Ich danke Dir für diesen Anstoss, ich werde es diese Woche wirklich einmal versuchen, denn irgendwie bin ich gerade etwas verloren unterwegs....da tut ein Besinnen sicher gut und dann sind die Wegweiser sicher wieder besser zu erkennen.
    Ich wünsche Dir goldene Oktobertage und sende liebste Grüsse

    Nicole von Stil

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  7. Vielen vielen Dank Ele für diese Geschichte, sie hat mich sehr berührt und ich werde sie weitergeben...

    Ich weiß, wo mein Himmelreich auf Erden ist, aber man sollte sichd dessen immer wieder bewußt sein.

    Alles Liebe und eine schöne Herbstzeit wünsche ich dir...

    LG Sylvia

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  8. Liebe Ele,
    danke für diese guten Worte zum Beginn der Woche.
    Ingrid

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  9. Liebe Ele,
    irgend wann stand es in meinem Blog, hab es wohl rausgeommen.
    Hinter unserm Haus in unserm Garten berühren sich Himmel und Erde, immer wieder sehe ich´s.

    Danke für Deine Worte, so schön geschrieben.

    Auch Dir eine gute Woche.

    Mit ganz lieben Grüßen,
    Helga

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  10. Liebe Gabriele,
    es tut gut, wenn man immer wieder einmal durch Worte, Bilder und anderes wachgerüttelt wird. Und Erkenntnis gewinnt - mich hast du auf jeden Fall bewegt - danke -
    ich wünsche dir eine eine gute Zeit und immer jemand Liebes an deiner Seite -
    herzlichst - Ruth

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  11. Schöne Geschichte und so wahr! Manchmal muß man Umwege gehen um hinter "das Geheimnis" zu kommen, das man eigentlich ständig vor Augen hat.
    Liebe Grüße Ina

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  12. Hallo Ele,
    vielen Dank für deine GEschichte, richtig schön und regt echt zum Nachdenken an. Ich wünsche dir auch eine schöne Woche und alles Liebe Annerose

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  13. Liebe Ele,
    wie immer wunderbare nachdenkliche und zutiefst menschliche Gedanken von Dir!
    Ich wünsche Dir eine frohe und sonnige Woche
    LG
    Birgit

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  14. Vielen Dank für diese wunderschöne und nachdenklich stimmende Geschichte, liebe Ele. Auch ich wünsche dir eine schöne Woche und hoffentlich ein paar Sonnenstrahlen.
    Liebe Grüße
    Susanne

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  15. Liebe Ele, eine sehr schöne Geschichte..."die eigene Zelle beleuchten"...das hat mich beeindruckt...Danke liebe Ele, du wirklich ein Schatz!
    LG, Claudia

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  16. Danke für die schöne Geschichte und die kleine Pause zum Innehalten und Nachdenken.
    Liebe Grüsse
    Helga

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  17. Liebe Gabriele,
    die Geschichte ist wunderschön und regt wirklich zum Nachenken an!
    Danke für den schönen Impuls!

    Liebe Grüße
    Hilda

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  18. Danke für diesen Denkanstoß. Er hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht...
    Liebe Grüße, Fredda

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  19. liebe gabriele,

    ja, einmal mehr genau die richtigen worte getroffen, danke für diese bewegten zeilen.

    und dir wünsche ich ganz sanft bewegte tage mit dem hauch des goldenen oktobers.

    ganz liebe grüße
    karin

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  20. Liebe Ele,

    Vielen Dank für diese schöne Geschichte,auch sie hat mich sehr bewegt, und hat mich auch an Janosch Geschichte "Oh wie schön ist Panama wieder erinnert",
    Vielen herzlichen Dank für Deine
    wunderschönen Blogbeiträge, sie berühren mich immer sehr.

    Lg
    Viola

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  21. Liebe Ele ,
    danke für dieses `tiefe`Posting , es hat mich sehr angesprochen .
    Ich wünsche dir ebenfalls eine schöne Woche und eine gute Zeit

    Liebe Grüße
    Rena

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  22. Liebe Ele
    Danke schön für die wunderschöne Geschichte und danke für den Denkanstoss.
    Ich wünsche dir eine schöne Woche und einen goldenen Oktober.
    Ganz liebe Grüsse Marie-Louise

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  23. Das ist eine sehr bewegende Geschichte und auch wunderschön. Und du hast noch so schön dazu kommentiert. Da werde ich gleich mal meine kleine Zelle inspizieren.
    Herzliche Grüße Janet

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  24. Liebe Gabielle
    Die Kissen sind jetzt bei mir .. Ich habe nicht mehr deine Adresse, kannst du die mirgeben .
    Ich wünsche Ihnen einen guten Tag!
    Liebe GrÜsse aus Bretigny !

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  25. Halt an, wo laufst Du hin, der Himmel ist in Dir:
    Suchst Du ihn anderswo, Du fehlst ihn für und für.

    Worte des Angelus Silesius aus dem 17. Jhdt; sie enthalten wohl eine genauso überzeitliche Wahrheit wie Deine treffliche Legende.
    Wunderschön finde ich auch die Worte von Novalis, dem Schöpfer der Blauen Blume aus seinen Blütenstaub-Fragmenten:

    Wir träumen von Reisen durch das Weltall: Ist denn das Weltall nicht in uns? Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft ...

    Die Herbst- und Winterzeit ist ja auch die Zeit des Nach-Innen-Gehens ... eine gute Reise wünsch ich Dir, Ele!
    Grüße von Johannes

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  26. Eine sehr schöne Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Dein Blog ist wirklich KEIN Blog, den man mal eben so zwischendurch besucht, hier muss man sich schon eine Weile aufhalten und die Worte in sich aufnehmen.

    Ich wünsche Dir eine sonnige Oktoberwoche,
    LG Susanne

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  27. Zauberhafte, stimmungsvolle Bilder und so sympathische Gedanken!
    Danke schön dafür und viele liebe Grüsse aus einem sehr sommerlichen Neuseeland
    Christine

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